Schimmelbefall an Cannabispflanzen ist ein Thema, das viele Grower – vom Hobbyzüchter bis zum erfahrenen Profi – gleichermaßen beschäftigt. Kaum etwas ist frustrierender, als wochenlange Pflege und Aufmerksamkeit in seine Pflanzen zu investieren, nur um am Ende durch versteckten oder plötzlich auftretenden Schimmel große Teile der Ernte zu verlieren. Neben dem wirtschaftlichen Schaden kann verschimmeltes Pflanzenmaterial auch gesundheitliche Risiken bergen, weshalb ein verantwortungsvoller Umgang und eine frühzeitige Erkennung besonders wichtig sind.
In diesem Artikel möchte ich dir einen klaren Überblick darüber geben, wie Schimmel entsteht, woran du ihn erkennst und welche Schritte du ergreifen kannst, um deine Pflanzen und letztlich auch dich selbst zu schützen. Ziel ist es, Wissen zu vermitteln, das dir hilft, Probleme zu vermeiden, bevor sie entstehen – und im Ernstfall schnell und richtig zu reagieren.
Wie Schimmel entsteht
Schimmel entsteht in erster Linie durch ein Zusammenspiel aus hoher Feuchtigkeit, mangelnder Luftzirkulation und organischem Material – die perfekte Umgebung, die Cannabispflanzen während ihrer Wachstums- und vor allem Blütephase leider oft bieten. Besonders kritisch wird es, wenn die Luftfeuchtigkeit dauerhaft über 60 % liegt oder dichte Buds nicht ausreichend belüftet werden. In solchen „Mikroklimas“ kann sich Feuchtigkeit im Inneren der Blüten stauen, ohne dass man es von außen sofort bemerkt. Auch Temperaturschwankungen, nasse Blätter oder zu enge Pflanzabstände begünstigen die Entstehung von Schimmelsporen, die sich rasch ausbreiten können. Sobald sie einmal Fuß gefasst haben, verläuft die Ausbreitung meist schneller, als man eingreifen kann.

Woran man Schimmel erkennt
Schimmel an Cannabispflanzen zu erkennen, ist manchmal überraschend schwierig – vor allem, wenn er sich im Inneren der Buds versteckt. Zu den ersten Warnsignalen gehören verfärbte Stellen, die grau, weiß oder bräunlich wirken, sowie eine watteartige oder pudrige Struktur, die sich leicht abwischen oder auseinanderziehen lässt. Auch ungewöhnlich trockene oder matschige Bereiche in den Blüten können Hinweise auf beginnenden Schimmel sein. Ein weiteres typisches Zeichen ist ein muffiger, modriger Geruch, der nicht zur natürlichen Terpenentwicklung der Sorte passt. Wer seine Pflanzen regelmäßig und aufmerksam kontrolliert, kann Schimmel oft bereits in einem sehr frühen Stadium entdecken – und dadurch umfangreiche Schäden vermeiden.
Wie man Schimmel verhindert
Wasserstoffperoxid ist einer der effektivsten Methoden um den Schimmelbefall zu bekämpfen.
Wir haben im Sortiment OxyPlus 12% von Guard'n'Aid. Dieses Mittel ist sehr konzentriert und muss erst verdünnt werden.
Hier sind die sicheren Anwendungsmöglichkeiten:
🌿 1. Gegen Schimmel auf der Erde oder Wurzeln (Wurzelfäule, Algen, Schimmelbelag)
Ziel: Sauerstoff an die Wurzeln bringen und Schimmelsporen im Substrat abtöten.
Dosierung:
- 3,75–5 ml Wasserstoffperoxid (12 %) pro Liter Wasser
- Gut mischen, dann vorsichtig gießen, bis etwas Drain austritt.
- Anwendung nur alle 7–10 Tage, nicht regelmäßig (H₂O₂ zerstört auch nützliche Mikroorganismen).
🍃 2. Gegen Schimmel auf Blättern oder Buds (z. B. Botrytis, Mehltau)
⚠️ Nur in der Wachstumsphase oder sehr früh in der Blüte anwenden — nicht mehr bei reifen Blüten!
Anwendung:
- Mischung: 1 Teil H₂O₂ (12 %) + 12 Teile Wasser
- In eine Sprühflasche geben, gut mischen.
- Pflanzen nur bei ausgeschaltetem Licht besprühen (z. B. kurz nach Licht-Aus oder bei Dunkelphase).
- Nicht tropfnass, nur fein nebeln.
- Danach gute Luftzirkulation (Ventilator, Umluft).
🧴 3. Desinfektion von Equipment
Nach Schimmelbefall kannst du Töpfe, Scheren, Growbox, Luftschläuche usw. mit der 1 Teil H₂O₂ + 4 Teile Wasser Lösung reinigen.
Einwirkzeit: ca. 10–15 Minuten, danach abspülen.
⚠️ Wichtige Hinweise
- Kein H₂O₂ auf nützliche Mikrobenprodukte (Mykorrhiza, Bakterienpräparate) – es tötet sie.
- Nach einer H₂O₂-Behandlung solltest du nach 2–3 Tagen wieder nützliche Mikroorganismen zuführen, z. B. mit Mycorrhiza, Wurmtee oder enzymatischen Präparaten (Hesi PowerZyme, Great White, BioTabs etc.).
- Immer gut lüften, Schimmel liebt stehende, feuchte Luft.
Schlussworte
Schimmelbefall an Cannabispflanzen ist ein Thema, das viele Grower früher oder später betrifft – doch mit dem richtigen Wissen lässt sich der Schaden oft erheblich reduzieren oder sogar vollständig vermeiden. Wer seine Pflanzen aufmerksam beobachtet, ideale Umgebungsbedingungen schafft und frühzeitig reagiert, hat die besten Chancen auf eine gesunde Ernte. Gleichzeitig erinnert uns Schimmel immer wieder daran, wie sensibel das Gleichgewicht im Growraum oder Garten sein kann.
Am Ende zählt vor allem ein verantwortungsvoller Umgang: für die Pflanzen, die eigene Gesundheit und die Qualität des Endprodukts. Mit der nötigen Sorgfalt und etwas Erfahrung wird der Kampf gegen Schimmel zu einer Aufgabe, die man meistern kann – und nicht zu einem unlösbaren Problem.
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